Baden in der blauen Grotte, Sitzen auf der Spanischen Treppe

Verbote und Geldstrafen für Touristen, die sich nicht an die Regeln halten.

Vergangenes Wochenende hat Heidi Klum in traumhafter Kulisse auf Capri geheiratet. Im Zuge der Hochzeitsfeierlichkeiten und einem Ausflug zur berühmten Blauen Grotte badete das Hochzeitspaar mit ihren Gästen trotz Badeverbots und wurde, wie Medien weltweit berichteten, noch vor Ort von der Wasserpolizei gestellt. 6000 Euro Geldstrafe. In der gleichen Woche verhängt die Stadtverwaltung von Rom ein Sitzverbot auf der Spanischen Treppe, bei Zuwiderhandlung droht ein Bußgeld in Höhe von 400 Euro. Ähnlich viel muss berappen, wer sich nicht zurückhalten kann und badend in einem der römischen Brunnen aufgegriffen wird. Besonders beliebt als nächtliches Planschbecken der Trevi Brunnen, in dem einst Anita Ekberg und Marcello Mastroianni für Fellini badeten. Dolce Vita ja, baden, picknicken und die damit einhergehenden Verunreinigungen nein, meinen viele Bewohner der von Touristen gestürmten italienischen Innenstädte. Trotz immer neuer Verbote reißen die Meldungen über Fehlverhalten von Touristen nicht ab. Ein Picknick mit Gaskocher an der Rialtobrücke in Venedig kostete zwei deutsche Urlauber diesen Sommer knapp 1000 Euro, das Ess- und Picknickverbot in der Altstadt von Florenz, seit vergangenem Jahr realisiert, droht bei Nichtbeachtung ebenfalls mit Geldstrafe in dieser Dimension.

Kaugummis, Müll und Essensreste stören die einen, nackte Oberkörper und respektloses Verhalten die andere. Tagestouristen, die wenig Geld vor Ort ausgeben, mitgebrachtes picknicken und dann die Dreistigkeit besitzen direkt im schönsten Postkartenmotiv den Bunsenbrenner auszupacken und Kaffee aufzubrühen, der an der einen Steinwurf entfernten Bar genau einen Euro kostet und herrlich mundet- erregen nicht nur den Zorn der Anwohner und Geschäftstreibenden, sondern lassen im Grunde jeden vernünftigen Menschen mit einem Kopfschütteln zurück.

Schuld an dem Problem mit aus der Reihe tanzenden Touristen und deren Spuren sei der Massentourismus, heißt es unisono aus den Büros der Stadtverwaltungen von Rom über Florenz, Siena und Venedig, wenn wieder ein neues Verbot verhängt wird. Es ist bekannt, dass die genannten Städten nicht nur beliebte Touristenziele sind, sondern auch, dass diese seit Jahren mit den damit einhergehenden Problemen kämpfen. Die Verbote seien Reaktionen auf Missstände und ein Versuch den negativen Folgen des Massentourismus etwas entgegenzusetzen, wird argumentiert. Schade für all jene, die nun niemals ein Stündchen auf der Spanischen Treppe rumlungern dürfen und hoffentlich ein anderes lauschiges Treppchen finden, auf dem sitzend respektvoll dem Dolce Vita gehuldigt werden kann. Denn das war und wird niemals verboten sein – in Italien.

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