Enogastronomie, der Motor des Tourismus in Italien

von Camilla Taviti

Jeder vierte Besucher wählt das Belpaese für einen speisenorientierten Urlaub. Mit den höchsten internationalen Pro-Kopf-Ausgaben, rund 150 Euro pro Tag, ist die Enogastronomie der Motor der italienischen Tourismusindustrie.

Essen und Wein- „cibe italiano“ bzw. die italienische Küche- sind zweifellos der Stolz des italienischen Tourismusangebots und eines der herausragenden Merkmale, in denen unser Land ein unbestrittener “Hauptakteur” auf globaler Ebene ist. Ob als Haupt- oder Nebenmotiv für das Reisen, italienisches Essen hatte und hat eine außergewöhnliche Fähigkeit, Touristen anzuziehen, insbesondere aus dem Ausland. Wie auch die jüngsten Daten des Nationalen Tourismus Institutes (Unioncamere-Isnart) bestätigen: Essen und Wein werden von ausländischen Touristen, die einen Urlaub in Italien verbringen, als erster Grund für den Besuch des Belpaese genannt. Typische Produkte, Made in Italy, sind für 22,3% der italienischen Touristen und 29,9% der Ausländer das Hauptmotiv dafür, ihren Urlaub in Italien zu verbringen.
Das Interesse an der italienischen Küche ist so groß, dass 23,8% der Reisenden sich vor der Abreise über Restaurants informieren, fast 30% derjenigen, die mobile Apps verwenden, um während ihres Aufenthalts nach Informationen zu suchen (Bei 4 von 10 Touristen steht die Suche nach einem Ort an erster Stelle, 65,5% der Touristen, suchen Informationen mit einer App).

Den Verkäufen der Betreiber der zwischengeschalteten Reiseorgansiationen zufolge zeichnet sich in den ersten Monaten des Jahres 2019 in Italien eine Tendenz zu einem weiteren Wachstum im Sektor der Lebensmittel- und Weinerzeugnisse ab (+ 5%). Eine Untersuchung des Enit Studies Office auf der Grundlage von Daten der Bank of Italy und von Ismea besagt, dass Wein- und Speisetouren im Allgemeinen bei allen Paketen, die von europäischen und ausländischen Reiseanbietern verkauft werden, enthalten sind.

Die ersten 5 Herkunftsländer, die in Italien am meisten für einen Speise- und Weinurlaub ausgeben, sind die Vereinigten Staaten gefolgt von Großbritannien, Österreich, Besuchern aus der Schweiz und aus Frankreich. Alleine die Touristen aus diesen 5 Ländern, decken 55,2% der Gesamteinkünfte, die der Enogastronomie zugerechnet werden, ab.

“Es gibt Märkte”, kommentierte der Geschäftsführer von ENIT, der nationalen Tourismusagentur, Giovanni Bastianelli, “in denen der Tourismus den Export von Lebensmitteln und Wein ankurbeln kann (z. B. Großbritannien, Schweiz, Kanada, Österreich, Japan) und andere Orte, an denen das Essen und der Wein den Tourismus antreiben (z. B. Deutschland, USA, Frankreich, Spanien) “.

Die Bereitschaft von Touristen einen Urlaub voller Geschmack und Genuss zu verbringen nimmt jedenfalls weiter zu. So sind die Ausgaben für das Erlebnis Essen und Wein zwischen 2013 und 2017 um 70 Prozent gewachsen. Im Vergleich zu anderen Urlaubstypen fallen die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben im Ausland bei den sogenannten Food Holiday an: rund 150 Euro pro Tag.

Das Ansehen Italiens in Bezug auf Lebensmittel und Wein wird auch durch die Daten des Angebots bestätigt: Nach der Analyse des Confagricoltura-Studienzentrums ist Italien nach wie vor das Land der Europäischen Union, das die meisten DOP- und IGP- Auszeichnungen im Lebensmittelsektor erhalten hat (ohne Weine und andere alkoholische Getränke). Italien liegt damit vor Frankreich und Spanien, den drei Ländern, aus denen 54% der von der EU registrierten Produkte mit regionalen Qualitätssiegeln stammen.

Essen und Wein ist Kultur und schafft eine Verbindung zwischen den Touristen und dem Territorium, den Menschen, die dort leben und ihren Traditionen. Die Ess- und Trinkkultur ist gleichzeitig Elemente der Identifikation und Differenzierung und sie enthält und vermitteln in der Tat all jene Werte, die die zeitgenössische touristische Forschung als Grundlage einer nachhaltigen Tourismuswirtschaft erkennt: Respekt für die Kultur und ihre Traditionen, Authentizität, Nachhaltigkeit, psycho-physisches Wohlbefinden und Erfahrung.
Italien ist sicherlich einer der Orte des höchsten Ausdrucks dieser Art von Kultur, man denke nur an die Vielfalt der italienischen Regionen, ihrer Produkte und Speisen.

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