Hitlers Geburtshaus wird Polizeistation

Das Gebäude soll nach seiner Umgestaltung das Bezirkspolizeikommando und die Polizeiinspektion Braunau am Inn aufnehmen.

Wien/Braunau. Wie das österreichische Innenministerium gestern, am 19. November 2019, in einer Aussendung bekannt gab, wird in dem Haus mit der Adresse Salzburger Vorstadt 15, Braunau am Inn, in dem Adolf Hitler geboren wurde und in dem der spätere Diktator seine ersten Lebensmonate verbrachte, in Zukunft eine Polizeistation untergebracht. Damit beendet Österreichs Innenminister Wolfgang Perschorn das jahrelange Ringen um das Haus, das in der Vergangenheit sowohl Touristen, als auch Sympathisanten nationalsozialistischen Gedankengutes angezogen hatte.

Was tun mit dem Haus in dem Adolf Hitler geboren wurde. Diese Frage beschäftigt Österreich, laut der Aussendung des Innenministeriums, bereits seit 70 Jahren, und stelle „vor allem im Zusammenhang mit der Geschichte des Dritten Reichs in Österreich“ für die zweite Republik eine große Herausforderung dar.

2016 wurde im Nationalrat die Enteignung des Hauses beschlossen, die damalige Besitzerin legte Rechtsmittel ein. Im August diesen Jahres entschied schließlich der Oberste Gerichtshof in Wien, dass sowohl die Enteignung, als auch die Höhe der Entschädigung von 812.000 Euro, rechtsmäßig und angemessen seien. Das Haus, das aus dem 17. Jahrhundert stammt, steht als für seine Epoche klassisches Biedermeierhaus unter Denkmalschutz. Ein Abriss war von daher ausgeschlossen. Das „Hitlerhaus“ gehört nun also nach jahrzehntelangem Ringen um Nutzung und Bedeutung der Republik Österreich.

Nachdem das Hitlerhaus 1938 vom Nazionalsozialisten Martin Bohrman als „Führerhaus“ zum vierfachen Marktpreis erworben wurde, und während der Nazizeit, im Sinne der Propaganda, als Galerie mit Bücherei genutzt wurde, hatten deutsche Soldaten am Kriegsende versucht das Haus zu sprengen. Amerikaner verhinderten dies. Das Haus wurde nach 1945 den früheren Besitzern zurück gegeben. In den folgenden Jahren waren darin eine Bücherei und eine Bank untergebracht, von 1977 bis 2011 wurde es von der Lebenshilfe Österreich genutzt und diente als Tagesheim und Werkstätte für Menschen mit Behinderungen.

Seit 2012 steht das Haus leer und hat aufgrund seiner fragwürdigen Bedeutung für öffentliche Diskussionen gesorgt. Mit der Enteignung der privaten Besitzer durch die Republik Österreich lag die Entscheidung über die Zukunft des Hauses auf Seiten der Politik, die, wie es in der Presseaussendung heißt nun mit der Einquartierung der Exekutiven „jegliche nationalsozialistischen Umtrieb unterbindet“. “Durch die zukünftige Nutzung des Hauses durch die Polizei soll ein unmissverständliches Zeichen dafür gesetzt werden, dass dieses Gebäude für immer einer Erinnerung an den Nationalsozialismus entzogen ist”, sagt Innenminister Wolfgang Peschorn.

Nach der Verkündung der Entscheidung diese Woche soll noch im November 2019 ein EU-weiter Architektenwettbewerb gestartet werden, der von der Bundesimmobilen GmbH (BIG) im Auftrag des Bundes durchgeführt wird. Durch die Vorschläge im Wettbewerb soll die Empfehlung der seinerzeitigen interdisziplinären Kommission umgesetzt werden und sich das Haus zukünftig nach seiner äußeren Umgestaltung architektonisch in das bestehende Ensemble der Vorstadt in Braunau eingliedern. Das Gebäude soll nach seiner Umgestaltung das Bezirkspolizeikommando und die Polizeiinspektion Braunau am Inn aufnehmen. Demgemäß sollen die Wettbewerbsvorschlägen ein innovatives Raum- und Funktionskonzept für eine derartige Nutzung enthalten.

Die Wettbewerbsvorschläge werden von einer unabhängigen Expertenjury bewertet, der Architekten, ein Vertreter der Stadt Braunau, der BIG, des Bundes und der Nationalfonds angehören werden. Mit einem Ergebnis des Architekturwettbewerbs ist im ersten Halbjahr 2020 zu rechnen.

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