Italien, Land der Kunst: Salvatore Arancio in der Casa Museo Jorn an der ligurischen Küste

Like a Sort of Pompeii in Reverse in der Casa Museo Jorn in Albissola Marina

Albissola Marina/LIGURIEN. In Albissola Marina, einer kleinen Gemeinde an der ligurischen Küste, wurde diese Woche die Ausstellung „Like a Sort of Pompeii in Reverse“ des italienischen Künstlers Salvatore Arancio in der Casa Museo Jorn eröffnet, die Ausstellung ist vom 11.06 bis 22.09.2019 zu sehen.

Spannend hierbei sind mehrere Aspekte, zum einen der Künstler Salvatore Arancio, der nach seiner Teilnahme an der 57. Biennale von Venedig (2017) und einer großen Soloshow in der Whitechapel Gallery London (2018) durchaus einen zweiten Blick wert ist, und zum anderen der Ort. Die Casa Museo Jorn einst Wohnhaus und Arbeitsplatz des dänischen Künstlers Asger Jorn, der sich zwischen 1957 und 1973 in Albissola Marina niederließ und gemeinsam mit seinem Assistenten Umberto Gambetta in und um die Villa herum ein situationistisches Labyrinth schuf. Bei seinem Tod im Jahr 1973 hinterlässt er der Gemeinde Albissola Marina sein Haus und der dänischen Stadt Silkeborg, in der er aufwuchs, eine Kunstsammlung, die heute in der Casa Museo Jorn untergebracht ist.

So kommt es, dass sich in dem kleinen Ort an der ligurischen Küste ein Künstler auf die Spurensuche eines anderen macht. Für seine Ausstellung in der Casa Jorn, die vom künstlerischen Direktor des Museums Luca Bochichio kuratiert wurde, hat Arancio das Museum zwischen 2017 und 2019 mehrfach besucht und präsentiert eine Arbeit, die vor Ort entstanden ist.

Bei seinen Besuchen wurde Arancio besonders von den von Jorn und Gambetta im Garten geschaffen pseudo-organischen Elementen aus verschiedenen Materialien. Dabei bemerkte er nicht nur die Poesie ihres erfinderischen Spiels, sondern auch das einfallsreiche und kreative Potenzial von dem, was wir nicht sehen können. Der Künstler begann daher eine experimentelle Forschung, bei der der Ton direkt an den Formen, Oberflächen und Volumen des Gartens modelliert wurde, wobei die negativen Räume plastisch erfasst wurden und über das nachgedacht wurde, was nicht gesehen werden kann, sondern möglicherweise nur existiert. Arancio konzentrierte sich insbesondere auf Elemente mit ungewissem Ursprung (natürlich oder künstlich) und zweideutiger und ironischer Vaterschaft (von Jorn oder Gambetta), um ein Kontinuitätsverhältnis in Jorns Diskurs über Metamorphose und Imagination herzustellen; Ein Dialog, der durch die Sprache der Keramikskulptur entwickelt wurde, die sowohl Jorn als auch Arancio gemeinsam ist und auf der Komplizenschaft und Zusammenarbeit des Genius loci basiert: der lokalen Handwerker

Nachdem Jorn in seiner Zeit in Albissola selber viel mit lokalen Handwerkern zusammen gearbeitet hat und hier zur Realisierung einer großen Keramikarbeit für das Staatliche Gymnasium in Aarhus, Dänemark im Jahr 1958 die “Ceramiche San Giorgio”, eine Keramikfabrik gründete, folgt Arancio auch hier Jorn und lässt die in der Casa Jorn modellierten Stücke genau dort glasieren. Die Fabrik wird noch heute von Giovanni Poggi geführt, einem Handwerker, der in seinem Leben für über zweihundert Künstler, darunter einige der größten Persönlichkeiten aus den 50er und 60er Jahren (Agenore Fabbri, Lucio Fontana, Asger Jorn, Gianni Dova, Wifredo Lam, Mario Rossello ua) zusammengearbeitet hat. Die Casa Jorn ist voller Geschichten und Spuren der Zusammenarbeit zwischen Asger Jorn, Berto Gambetta und Giovanni Poggi: Arancio zeichnet in seinem Projekt das Zusammenarbeit zwischen Künstler und Handwerker nach.

Der Titel der Ausstellung „Like a Sort of Pompeii in Reverse“ ist in der Tat ein Zitat aus einem Text, den Guy Debord 1973 für Jorns Buch Le Jardin schrieb. Arancio schlägt daher seine eigene Vision vor, die mehr als einen Zusammenhang mit der von Debord gegebenen Interpretation von Jorns Garten zu haben scheint. Was für Debord der situationistische Wert von Jorns architektonischer Herangehensweise war, ist für Arancio die Möglichkeit, die Formen, Volumen und Oberflächen des Gartens als Abgüsse eines Raumes in der Entstehung neu zu interpretieren, anfängliche Formen, die aus der ununterscheidbaren kombinierten Aktion der Zeit, des Menschen, hervorgehen Arbeit und Zufall. Die aus dieser Inspiration entstandenen Skulpturen werden zunächst einen integrierten Dialog mit dem Garten erleben. Anschließend werden sie in Jorns Atelier in speziell gefertigten Schränken platziert, die dem analytischen Blick des Besuchers präsentiert werden, um fiktive archäologische Funde eines unsichtbaren imaginären Universums zu katalogisieren.

Mehr Infos:
amici di casa jorn

Bildquelle: Salvatore Arancio, Like a Sort of Pompeii in Reverse (work in progress), 2019. Courtesy: Casa Museo Jorn / MuDA, Albissola. Ph Jacopo Fanciulli.

locandina dolphib
locandina medtec
locandina tutto food
locandina vespa raduno

Richiesta Informazioni

contatta la nostra agenzia

Questo modulo di contatto raccoglie il tuo nome, e-mail e il tuo contenuto. Per maggiori informazioni, consulta la nostra pagina di Privacy policy.

Copyright 2017 Zero 39 news agency UG | USt-IdNr: DE 313775208 | Design by Graficamente Studio | Privacy Policy