Umfrage: “Der italienische Markt: Die Italiener und ihr Wein”

Eine Liebesgeschichte im Wert von 14,3 Milliarden Euro

Verona. So leidenschaftlich wie die Liebe, traditionell wie das Mittagessen am Sonntag im Kreis der Familie und beliebt wie der Fußball. Wein ist für Italiener weit mehr als nur ein Getränk made in Italy: Wein schafft eine Verbindung zwischen den Generationen, an der fast neun von zehn Bürgern im ganzen Land beteiligt sind. 88 Prozent der Italiener tranken im letzten Jahr Wein, meist in verantwortungsvollen Mengen, wie aus einer anlässlich der Eröffnung der 53. Vinitaly in Verona veröffentlichte Umfrage, im Auftrag der Messe und des Vinitaly Observatory-Nomisma Wine Monitor, hervorgeht. Befragt wurden 1.000 Weinkonsumenten in ganz Italien, sowie je 1.500 Konsumenten in den wichtigsten Städten und Regionen, im Alter zwischen 18 und 73 Jahren: Auf Basis der Befragung kann nun behauptet werden, dass in Neapel der Rotweinkonsum überdurchschnittlich ist, während in Rom mehr Weißwein und in Mailand mehr Sekt als im Rest des Landes getrunken wird. Die Umfrage liefert einen guten Überblick über Kennzahlen des italienischen Binnenmarktes, Konsumgewohnheiten und Vorlieben der Italiener. Aus den Daten der Studie wurden Merkmale der typischen Rot- Weiss- Sekt-, Spritz- bzw. Rosétrinker abgeleitet.

„Der italienische Markt – die Italiener und der Wein“

„Der italienische Markt – die Italiener und der Wein“, die große Weinumfrage, die im Auftrag von Vinitaly mit dem Vinitaly Observatory-Nomisma Wine Monitor durchgeführt wurde, skizziert das Profil für die Einstellung zu Wein und den Status des Binnenmarktes im weltweit führenden Weinland Italien.
Die Untersuchung wurde passenderweise im Rahmen der Eröffnungszeremonie der 53. Ausgabe der internationalen Wein- und Spirituosenausstellung Vinitaly, die aktuell, vom 7. bis 10. April 2019, in der Veronafiere über die Bühne geht, präsentiert.
Interessanterweise trinken die Menschen laut Umfrage zwar weniger – das Konsumvolumen ist im Vergleich zu vor 20 Jahren um 26% gesunken – und fast jeder trinkt verantwortungsvoller: Der Durchschnitt liegt bei 2-4 Gläsern pro Woche, diese werden überwiegend zu Hause getrunken (67%), insbesondere von der Generation der Babyboomer (55-73 Jahre alt / 93%). Doch ist der Anteil der Weintrinker über alle Generationen hinweg beachtlich: So weisen bereits die Millennials (18 bis 38 Jahre) eine Konsumrate von 84 Prozent auf, getrunken wird sowohl zu Hause, als auch außer Haus. Insofern trinken die Menschen zwar weniger, aber der Weinmarkt hält und produziert einen Wert auf Verbraucherniveau, der in der vom Observatorium erstellten Analyse auf 14,3 Milliarden Euro beziffert wird (2018), was einen Zuwachs von 2,8 Prozent ausmacht.

Wer ganz Italien als Weinproduzent betrachtet, für den bildet das Belpaese Italien einen 650.000 Hektar großen Mega-Weinberg mit 406 Weinen mit Benennung, 310.000 Unternehmen und vor allem einem Verbrauchswert auf dem Inlandsmarkt, den der Vinitaly Observatory-Nomisma Wine Monitor für 2018 mit 14,3 Milliarden Euro aus einem Weinverkaufsvolumen von 22,9 Millionen Euro schätzt Hektoliter. Im Vergleich zu 2017 verzeichnete das Unternehmen einen Wertzuwachs von 2,8 Prozent gegenüber einer beträchtlichen Stabilität des Volumens (-0,4%). Bei einem Vergleich der Top-Verbrauchsmärkte liegt Italien nach den USA, Frankreich und Großbritannien an 4. Stelle.

Für die meisten Befragten ist Wein Tradition, Eleganz und Kultur, im Gegensatz zu Spirituosen, die werden mit Genuss und Monotonie verbunden, während Bier mit Freundschaft und Alltag assoziiert wird. “Für Italiener ist Wein viel mehr als nur ein Statussymbol”, sagte der CEO von Veronafiere SpA, Giovanni Mantovani. “Im Gegensatz zu anderen Konsumländern ist Wein ein grundlegender Bestandteil der italienischen Kultur.“

Doch ist Wein natürlich nicht gleich Wein. Zwar wird Rotwein am Tisch immer noch bevorzugt, doch ändern sich diese Präferenzen im ganzen Land, basierend auf alten und neuen Konsumgewohnheiten und der Berufung der verschiedenen Anbaugebiete. Menschen, die Rotwein trinken (50%) tun dies mindestens 2-3 Mal pro Woche, während bei anderen Sorten eher gelegentlich konsumiert wird.
In Neapel liegt die Konsumrate bei Rotwein höher als der italienische Durchschnitt (91% in Neapel im Vergleich zu 88% in Italien) und das Durchschnittsalter der Verbraucher ist dabei niedriger. Die neapolitanischen Rotweintrinker sind also jünger und trinken mehr. Während in Rom viel mehr Weißwein als im italienischen Durchschnitt getrunken wird ( 25% gegenüber 18%), haben die Bewohner in Mailands eine Vorliebe für Sekt und Rosée, der auch in Neapel mehr als andernorts geschätzt wird.

Die Genussbeziehung – zwischen Italienern und Wein -, basiert nach Aussage der Befragten auf der Befriedigung der Sinne und weniger auf dem Wissen, nur ein Viertel der Konsumenten gibt an, genau zu erkennen, was sie trinken. Die Unterschiede in Bezug auf die Kenntnis großer Weine sind recht ausgeprägt: Die Herkunftsgebiete von Amarone della Valpolicella, Brunello di Montalcino und Franciacorta sollten angegeben werden. Nur einer von vier Italienern hat hier richtig geantwortet.
Die Zahl der selbsternannten “Experten” ist bei Männern höher (33% im Vergleich zu 18% bei Frauen), im Nordwesten (31%) und direkt proportional zu Einkommen (45%) und Bildung (39% für Absolventen). Das heißt, gebildete Herren aus dem Nordwesten mit höherem Einkommen, sind aller Wahrscheinlichkeit Weinkenner, bzw. halten sich für solche.

Der Produktionsbereich- also die Weinanbaugegend- steht unter den Auswahlkriterien noch vor der Bezeichnung und der Rebsorte. Zusammen ergeben die drei Kriterien jedoch 61 Prozent der Antworten und erweisen sich als viel wichtigerer Faktoren bei der Kauf- bzw. Trinkentscheidung als der Preis, die Unternehmensmarke, Ratschläge von Sommeliers und “grüne” Aspekte, also eine biologische Anbauweise.

Nach Einschätzung der Verbraucher erlangen einheimische Trauben (28%), Bioweine (19%) und Weine aus Venetien, dem Piemont, der Toskana, Apulien und Sizilien, sowie leichtere Weine in den kommenden 2-3 Jahren vermehrt Ruhm. Um diese zu Kosten, begeben sich 23 Prozent der Italiener im Urlaub in ein Weinanbaugebiet, oder machen einen Ausflug, nur 18 Prozent der Befragten schließen die Teilnahme an einem Wein-Ausflug aus. Zu den beliebtesten Reisezielen zählt die Toskana mit Chianti und Siena, gefolgt von Piemont (Langhe und Asti) und Venetien.

“Die Umfrage unter italienischen Weinkonsumenten”, sagte der Manager des Nomisma Wine Monitor, Denis Pantini, “wurde ausführlich in Regionen und Großstädten durchgeführt, um sicherzustellen, dass alle Einzelheiten zum vollständigen Verständnis der Trends auf dem italienischen Inlandsmarkt erfasst werden. Dieser Markt sollte keinesfalls übersehen werden, nicht nur wegen seines Wertes, sondern auch wegen der Tatsache, dass der Ruf der italienischen Hersteller und der italienischen Weine, die dann auf internationalen Märkten genutzt werden können, hauptsächlich in Italien selbst hergestellt wird.”

Der vom Vinitaly-Observatorium Nomisma Wine Monitor untersuchte Rahmen, der auch Fokusberichte in 6 Regionen (Venetien, Lombardei, Piemont, Toskana, Kampanien und Sizilien) und 3 Städten (Rom, Mailand und Neapel) entwickelte, skizziert relativ einheitliche Weinkonsumgewohnheiten im ganzen Land, mit einer leichten Verbreitung im Norden, wo auch das Produktwissen höher ist.

In ganz Italien ist „Spritz“ der König des Außer-Haus-Konsums (und als Aperitif) und gilt mittlerweile als vollwertiger Wein-Initiationsritus für die jüngere Generation. Der Konsum von Spritz ist besonders in der Lombardei und im Veneto (rund 40% für den Außenbereich) und wie das Weinmischen allgemein in Großstädten beliebt, wo auch die Präferenzen für den Weintourismus höher sind, insbesondere in Mailand (36%). Weintouristen zeichnen sich beinahe durchweg durch ein hohes Einkommen aus, leben in den größeren Städten, halten sich für egoistisch, aber auch gesellig und selbstbewusst. Fast alle Generationen, mit besonderem Fokus auf die Millennials in Rom und Neapel und die X-Generation in Mailand können sich einer Weinreise vorstellen.

Aus den Ergebnissen der Umfrage kann der durchschnittliche italienische Spritztrinker wie folgt charakterisiert werden: Jung (unter 38), weiblich, graduiert, aktiv und gesellig, dazu instinktiv und selbstbewusst, bei Singles, Babyboomern und dem männlichen Universum ist der Spritz weniger beliebt.
Männern zwischen 55 und 73 Jahren bevorzugen nämlich Rotwein und halten sich für zurückhaltend und entspannt. Unsichere und selbstzentrierte Profile liegen ebenfalls leicht über dem Durchschnitt. Frauen, aktive Menschen und Millennials sind bei den Rotweintrinkern unterdurchschnittlich repräsentiert.
Singles, hauptsächlich aus Mittelitalien, Babyboomer und aktive Menschen trinken gerne Weisswein, der wiederum bei Millennials, im Süden und bei instinktiven Personen weniger gut ankommt.
Auf der ganzen Linie bei allen beliebt und vielleicht der Schlüssel zum Erfolg von Schaumweinen.

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