UNICEF: 59 Millionen Kinder in Krisengebieten brauchen Hilfe

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen startet einen weltweiten Nothilfe Aufruf für 2020

Genf/Köln Mittwoch, 4. Dezember 2019. Wie UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, diese Woche in einer Presseaussendung bekannt gab, brauchen im Jahr 2020 mehr Kinder in Kriegs- und Krisengebieten Hilfe als je zuvor. Vor diesem Hintergrund ruft UNICEF Regierungen und Öffentlichkeit zur Unterstützung von Hilfsprogrammen für 59 Millionen Kinder in 64 Ländern auf. Insgesamt benötigt UNICEF für seine Nothilfeprogramme im nächsten Jahr 4,2 Milliarden US-Dollar – dreieinhalb Mal so viele finanzielle Mittel wie noch vor zehn Jahren.

„Nie zuvor benötigten so viele Kinder humanitäre Hilfe”

„Jedes vierte Kind weltweit wächst derzeit in einem Land auf, das von Konflikten oder Naturkatastrophen betroffen ist. Mehr Kinder weltweit als je zuvor mussten ihr Zuhause verlassen. Sie brauchen dringend Schutz und Hilfe. Konflikte sind neben Hunger, Infektionskrankheiten sowie extremen Wetterphänomenen in Folge des Klimawandels die Hauptursache dafür, dass Millionen Menschen Hilfe suchen,” erklärt UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Und zieht den schrecklichen Schluss, dass Kinder nie zuvor so viele Kinder auf der Welt in Notsituationen waren und sauberes Wasser, Nahrung, Bildung, medizinische Hilfe und Schutz brauchen, die sie ohne die Zusammenarbeit der Weltgemeinschaft nicht erhalten. Insgesamt will UNICEF im nächsten Jahr 95 Millionen Eltern und Kinder mit humanitärer Hilfe erreichen. Dazu brauche es nicht nur mehr, sondern auch flexible finanzielle Mittel, um Kinder in Krisen- und Katastrophengebieten zu erreichen – vor allem in den Ländern, die in der Regel stark unterfinanziert sind, betonte Fore.
„Um Kinder in Notsituationen solange zu unterstützen bis sie wieder in die Normalität zurückfinden, benötigen wir langfristige und schnell verfügbare finanzielle Mittel ohne Zweckbindung. Eine flexible finanzielle Unterstützung ermöglicht es uns, das Leben von mehr Kindern zu retten und ihnen eine Zukunft zu ermöglichen“, sagte Fore.

Rückblick: Nothilfe 2019

Dank einer flexiblen Finanzierung konnte UNICEF in den letzten Monaten die Hilfsprogramme in Burkina Faso und Mali angesichts der verschärften humanitären Lage aufstocken, obwohl der diesjährige Nothilfeaufruf für diese Länder nur zu weniger als einem Fünftel finanziert ist. Insgesamt waren die weltweiten Nothilfe-Programme von UNICEF für 2019 zum ersten November noch zu 43 Prozent unterfinanziert. In den ersten acht Monaten von 2019 hat UNICEF 51 Millionen Menschen in Krisengebieten erreicht, darunter 29 Millionen Kinder. 2.1 Millionen Kinder wurden mit schwerer akuter Mangelernährung behandelt; 28,9 Millionen Kinder gegen Masern geimpft; 32,2 Millionen Menschen mit sauberem Wasser versorgt; 2.6 Millionen Kindern und ihren Angehörigen Zugang zu psychosozialer Hilfe ermöglicht; 3,9 Millionen Kinder Zugang zu formellen und informellen Bildungsangeboten ermöglicht und 850.000 Menschen in so genannten Cash Transfer-Programmen mit geringen Geldbeträgen unterstützt.

Ausblick: Nothilfe 2020

4,2 Millionen Dollar, also dreieinhalb Mal so viel wie noch vor 10 Jahren werden nach UNICEF Angaben im kommenden Jahr benötigt, um das Leid von 59 Millionen Kindern in 64 Ländern, deren Notlage zum heutigen Zeitpunkt abzuschätzen ist, zu bekämpfen.
Den größten Teil dieser benötigten Mittel plant UNICEF für geflüchtete Kinder und Familien aus Syrien und aufnehmende Gemeinden in Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak und der Türkei einzusetzen (864.1 Millionen US-Dollar), gefolgt von Jemen (535 Millionen US-Dollar), Syrien (294.8 Millionen US-Dollar), der Demokratischen Republik Kongo (262.7 Millionen US-Dollar) und Südsudan (180.5 Millionen USD). Mit den Geldern des weltweiten Nothilfeaufrufs für Kinder will UNICEF in 2020 5,1 Millionen Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung behandeln; 8,5 Millionen Kinder gegen Masern impfen; 28,4 Menschen mit sauberem Wasser versorgen; 4,5 Millionen Kindern und Angehörigen Zugang zu psychosozialer Hilfe ermöglichen;1,4 Millionen Kinder und Frauen mit Maßnahmen zur Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt erreichen bzw. Betroffene unterstützen; 10,2 Millionen Kindern Zugang zu formellen und informelle Bildungsangebote eröffnen; 1,7 Millionen bedürftige Familien mit kleinen finanziellen Hilfen unterstützen; 49 Millionen Menschen in Krisengebieten mit Aufklärungsprogrammen erreichen und sie bei der Lösung alltäglicher Probleme in den Gemeinden beteiligen.

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