Weinernte in Italien: Weniger Ertrag bei ausgezeichneter Qualität

Rom. Seit dem vergangenen Wochenende bis zum heutigen Martinstag, am 11. November wird auch in Italien San Martino geehrt, feiert man in Italien Erntedank, um für die Ernte auf den Feldern zu danken und um den Segen für das neue Jahr zu bitten. Dieses Jahr nimmt die italienische Landwirtschaftvereinigung Coldiretti, die als Vertretung der Direkterzeuger alle relevanten landwirtschaftlichen Daten zur Verfügung stellt, das Erntedankfest zum Anlass, um den Produktionsrückgang der italienischen Weinbauern um 20 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr, zu verkünden. Das schlechte „anomale“ Wetter habe dafür gesorgt, dass in diesem Jahr eine von 5 Flaschen Wein nicht produziert werden konnte, heißt es in einer Aussendung. Doch Grund für schlechte Laune ist dies keiner, denn trotz des Rückganges erwarten die Weinbauern einen ausgezeichneten Jahrgang und mit geschätzten 44,3 Millionen Hektolitern Vino made in Italy, hält das Belpaese nach wie vor den Weltrekord. Italien liegt damit noch vor Frankreich ,mit einer Menge von knapp 42,2 Millionen Hektolitern, während es in Spanien bei einem Ertrag von 37 Millionen Hektolitern bleibt. Das Wetter war nämlich in ganz Europa schlecht, laut Schätzungen der Europäischen Kommission haben die Wetterereignisse EU Weinbauern insgesamt 18% Prozent weniger ernten können als im Vorjahr.

Guter Wein trotz schlechtem Wetters

Die Ernte 2019 begann in diesem Jahr sehr früh, am 7. August, und gehört zu den am meisten erwarteten Ernten des letzten Jahrzehnts. Nach etwas mehr als drei Monaten Ernte auf der Halbinsel sind – wie Coldiretti unterstreicht – nur sehr wenige Rebsorten wie Aglianico im Landesinneren von Basilikata und Kampanien, oder Nebbiolo in der Höhe von Piemont und Veltlin, noch nicht geerntet worden. So dass die Schätzung der zu erwartenden Menge von 44,3 Millionen Hektoliter als realistisch gelten kann. 70 Prozent dieser Weine made in Italy werden als DOCG-, DOC- und IGT-Weine abgefüllt. Die Gütesiegel unterstreichen die Qualität der Weine und der italienischen Produzenten. Gleich 332 Weinen erhalten die kontrollierte Ursprungsbezeichnung (Doc), 73 Weinen kommen mit der kontrollierten und garantierten Ursprungsbezeichnung (Docg) auf den Markt und weitere 118 Weine dürfen sich als in Italien anerkannten Weinen mit der typischer geografischer Angabe IGT schmücken, der restliche Anteil von 30 Prozent der Ernte wird zum Tafelwein.

Wein als Exportschlager 2019

Mit dem Ende der Ernte feiert Italien auch den historischen Rekord der Weinexporte von Made in Italy, die in den ersten sieben Monaten des Jahres 2019 einen Wertzuwachs von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichneten. Laut einer Analyse von Coldiretti, die auf Istat-Daten basiert, ist Wein mit 2 Milliarden Euro das erfolgreichste Produkt des nationalen Lebensmittelexports. Wobei der Schaumwein als Produkt mit der besten Wachstumsleistung im Ausland mit einem Exportplus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr, prickelnd hervorsticht. Und nicht nur im Ausland findet der italienische Wein Anklang, auch die italienischen Verbrauchszahlen waren positiv, nach Coldiretti-Berechnungen auf der Grundlage von Ismea-Daten, wurde in den ersten neun Monaten des Jahres 2019 um 3,7 Prozent mehr Wein gekauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

„Unterscheidungskraft und Verbundenheit mit dem Territorium sind die entscheidenden Wettbewerbsfaktoren für das gesamte Made in Italy”

Coldiretti Präsident Ettore Prandini erkennt einen Zusammenhang zwischen Qualität und Markterfolg und betont, dass “Italienischer Wein mit einem Umsatz von über 11 Milliarden Euro so gewachsen sei, da er auf seine Identität gewettet hat, mit einer entscheidenden Hinwendung zur Qualität, die ein Referenzmodell für das Wachstum der gesamten nationalen Agrar- und Ernährungsindustrie darstellt” und argumentiert hier mit der Rückbesinnung auf die italienische kulinarische Tradition und der Verbundenheit der Menschen mit dem Territorium.

Eine Ansicht, für die man nicht unbedingt Präsident der Landwirtschaftvereinigung sein muss, die Zahlen, Qualitätssiegel und vor allem der Wein selber sind doch sehr überzeugend und dass Italien sich als Weinanbaunation Nummer 1 positioniert, kommt nicht von Ungefähr. In Italien wird auf 658.000 Hektar Ackerland, also einer Fläche die etwa so groß ist, wie die Schweiz und Slowenien zusammen genommen, Wein angebaut. 1,3 Millionen Menschen arbeiten entweder direkt auf den Feldern, in Weingütern, im Vertrieb, sind aber auch in verwandten Dienstleistungsbereichen tätig. Die Weinarmee – wie Coldiretti diese Beschäftigten nennt- reicht von Winzern über Weingüter und gewerbliche Vertriebsmitarbeiter bis hin zu verwandten, dienstleistungsbezogenen Tätigkeiten, die sich auf die unterschiedlichsten Bereiche ausgeweitet haben: von der Glasindustrie bis zu den Korken vom Transport bis zur Versicherung, vom Zubehör wie Korkenzieher und Messern, bis hin zur Verpackung, von der Forschung und Ausbildung bis zur Verbreitung, vom Weintourismus bis zur Kosmetik und dem Wellnessmarkt, vom Verlagswesen bis zur Werbung, von Softwareprogrammen bis zur Bioenergie aus Rückständen und Nebenprodukten der Weinzubereitung. Wer sich also einen köstlichen Tropfen aus Italien gönnt, sorgt gleichzeitig dafür, dass diese Weinarmee weiterhin viel zu tun hat, ein Opfer, dass wir nur allzu gerne bringen. Cin cin.

Richiesta Informazioni

contatta la nostra agenzia

Questo modulo di contatto raccoglie il tuo nome, e-mail e il tuo contenuto. Per maggiori informazioni, consulta la nostra pagina di Privacy policy.

Zero 39 news agency | USt-IdNr: DE 313775208 | Steuernummer 04724950537 | by Graficamente Studio | Privacy Policy